SHELTER LAB 2022

COLLECT - EXPERIMENT - BUILD

Der Bausektor ist mit einem Anteil von über 50 % der weltweit größte Abfallproduzent. Neben der Belastung durch den erzeugten Müll sind die Herstellung und Verarbeitung von neuen Baumaterialien durch einen immensen CO2-Ausstoß ein bedeutender Treiber des globalen Klimawandels. Die Abkehr vom linearen Fertigungsprozess (Produktion-Verwendung-Entsorgung) hin zu zirkulären Materialkreisläufen ist daher erklärtes Ziel für ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Bauen (UN Sustainable Development Goals 2025).

Stellen wir uns vor, dass die Stadt Dresden und ihr Umland zu einem urbanen Lager wertvoller, reversibler Ressourcen und gleichzeitig urbane Produktionsstätte nachwachsender Materialien ist. Mithilfe eines wachsenden Netzwerkes aus Forschung, Bauunternehmen, Lagerflächen und der Zivil- und Kulturgesellschaft können Sekundärmaterialien vom Rückbau, zum Lager zur Wiedernutzung seitens Bauunternehmen, Verbraucher*innen oder Kulturschaffenden kursieren und bleiben in ihrem natürlichen Kreislauf.  

Im Format Shelter Lab wurden die Möglichkeiten der Integration von solchen Materialkreisläufen in architektonische Planung- und Bauprozesse am Fallbeispiel von „Urban Mining“ analysiert, konzipiert, erprobt und evaluiert. Das dreiteilige Workshop-Format Collect – Experiment – Build ermöglichte den Studierenden im ersten Schritt Sekundärrohstoffe aus lokalen Unternehmen der Bauindustrie, Institutionen der Kunst- und Kulturlandschaft, Autoverwertung und Druckereien ausfindig zu machen und im weiteren Schritt im Experiment an ihnen zu forschen. Im letzten Schritt wurde ein aus dem Kollektiv entschiedener Entwurf im Bau realisiert. Eine urbane flexible Sitzgelegenheit dient gleichzeitig als Ausstellung der erworbenen und aufgearbeiteten Wertstoffe und zeigt den spielerischen Prozess im Umgang mit Material.